Bargeld kann ganz schön explosiv sein

Wir haben uns beschäftigt mit dem Thema, ob wir uns auf dem Weg in eine bargeldlose Gesellschaft befinden. Dafür (und dagegen) gibt es einige Argumente und natürlich auch so einige Akteure, die ein großes Interesse daran haben, dass Bargeld an Bedeutung verliert oder sogar vollständig ersetzt wird durch elektronische Zahlungsvorgänge. Sie haben gelernt, dass das nicht nur Unternehmen sind, die direkt profitieren würden von einer immer stärkeren Nutzung von Kartenzahlungen oder dem Mobile Payment, sondern beispielsweise auch Zentralbanken könnten durchaus ein Interesse daran haben, weil bargeldlose Zahlungsvorgänge besser kontrollierbar und geldpolitische Maßnahmen wie die Umsetzung von Negativzinsen in der elektronischen Welt der Zahlungsvorgänge leichter bzw. überhaupt erst realisierbar wären.

Aber auch die Banken, von denen wir ja das Bargeld bekommen, haben durchaus ein Interesse, dass die Nutzung von Bargeld weiter runtergefahren wird. Wieso das?

»Kunden der Deutschen Bank werden in Zukunft in den meisten Filialen kein Bargeld mehr am Schalter erhalten … Das Personal der Filialen soll sich auf Verkauf und Beratung konzentrieren.« Warum machen die das? Man ahnt es schon: Bargeld ist der Deutschen Bank zu teuer, so ist der Bericht dazu überschrieben. „In der Zukunft möchte ich kein Bargeld mehr in den Filialen anbieten, denn das Vorhalten von Bargeld verursacht Kosten“, sagte der Chef des heimischen Privatkundengeschäfts des größten deutschen Geldhauses, Lars Stoy, Ende Mai 2023 auf einer nicht-öffentlichen Investorenkonferenz.

“Die Hauptaufgabe der Filiale ist der Verkauf“, sagte Stoy demnach. „Die Beratung der Kunden bei Anlagen, Hypotheken, bis zu einem gewissen Grad bei Konsumkrediten und Versicherungen. Dann werden Filialen auch wieder profitabel sein.“ Laut den Plänen will das Institut Bargeld nur noch in einigen großen Zentren anbieten. In den meisten Deutsche-Bank-Filialen wird es Scheine dann nur noch aus dem Geldautomaten geben.

Offensichtlich will man (für die Bank) teuren Ballast abwerfen: »Mit den Plänen reagiert die Deutsche Bank nach eigenen Angaben auch auf verändertes Kundenverhalten. Beim Bezahlen und dem Umgang mit Bargeld insgesamt sei „ein deutlicher Trend zum bargeldlosen Bezahlen erkennbar“. Für die Versorgung mit Bargeld stehe Kundinnen und Kunden ein „flächendeckendes Netz von Geldautomaten“ zur Verfügung, zudem könne beim Einkauf in vielen Supermärkten oder an Tankstellen Geld abgehoben werden.«

Und weiter heißt es in dem Artikel: »In der Bankenbranche ist seit Jahren zu beobachten, dass viele Kreditinstitute nur noch ungern Bargeld am Schalter ausgeben. Viele Banken haben diese personalintensive Dienstleistung für ihre Kunden deutlich teurer gemacht, als Bargeld per Geldautomat zu beziehen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Bankfilialen in den vergangenen 20 Jahren in etwa halbiert. Auch die Zahl der Geldautomaten war zuletzt rückläufig.«

Aber diese Bankautomaten sind auch ziemlich teuer – vor allem, wenn sie gesprengt werden

Statistisch gesehen wird in Deutschland täglich mindestens ein Geldautomat gesprengt. Das Bundeskriminalamt (BKA) rechnet für 2022 mit einem neuen Höchststand. Das kann man diesem Artikel entnehmen: Täglich fliegt ein Geldautomat in die Luft: »Ein paar Beispiele aus den vergangenen Tagen: Im Kreis Kusel in Rheinland-Pfalz sprengten Kriminelle einen Geldautomaten, ebenso in Aschaffenburg in Bayern. Am Wochenende passierte das im Heidekreis in Niedersachsen zwei Mal innerhalb von 24 Stunden. Ende vergangener Woche explodieren Geldautomaten etwa in Rottenburg, Dortmund und Wetzlar.«

Bislang war 2020 ein Rekordjahr, mit insgesamt 414 gesprengten Automaten. Im Jahr 2021 ging die Zahl der Angriffe leicht zurück, nun steigt sie auf einen neuen Höchststand. Woran liegt das?

Bei der Suche nach den möglichen Ursachen werden wir Zeugen einer Verlagerung der „Geschäftsaktivitäten“ von Kriminellen: „Es findet eine Verlagerung nach Deutschland statt“, erklärt Bastian Kipping, Kriminaloberkommissar beim Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz. Sehr viele Tatverdächtige kämen aus den Niederlanden und auch aus Frankreich. Beide Länder hätten in den vergangenen Jahren ihre Geldautomaten mit „Klebetechnik und Einfärbesystemen“ umgerüstet. Heißt: Das erbeutete Bargeld wird entweder durch Klebstoff oder Farbe unbrauchbar gemacht. Diese Maßnahmen seien in Deutschland noch nicht im gleichen Maße verbreitet. „Das nutzen die Täter gnadenlos aus“, sagt Kipping.

»Ein Schwerpunkt für die Täter aus den Nachbarländern liegt daher – aufgrund der Grenznähe – im Westen Deutschlands. Allein in Nordrhein-Westfalen gab nach Angaben des dortigen Landeskriminalamts im vergangenen Jahr mehr als 180 Angriffe gegen Geldautomaten mit Sprengstoff, rund 30 mehr als im Vorjahr. In Rheinland-Pfalz hat sich die Zahl der Geldautomatensprengungen sogar mehr als verdoppelt: 56 waren es 2022, im Jahr davor noch 23.«

Ein wichtiger Faktor dabei ist die in Deutschland zirkulierende Menge an Bargeld. „Die Deutschen lieben ihr Bargeld“, sagt Kipping. „In den Niederlanden wird viel häufiger mit Karte gezahlt.“ Wobei es natürlich auch hierbei Schwachstellen gibt, die Kriminelle ausnutzen. Die finden mit Blick auf Bargeld sehr gute Angebotsbedingungen in Deutschland vor:

»Deutschland wird durch das Bargeld zum lohnenden Ziel für die Verbrecher. Das liegt allein daran, dass die Zahl der Geldautomaten im Bundesgebiet mit mehr als 55.000 Stück insgesamt sehr hoch ist. In den Niederlanden liegt sie dagegen nach Angaben der Deutschen Kreditwirtschaft im „niedrigen vierstelligen Bereich“. Nicht zuletzt sind die deutschen Automaten in der Regel auch noch mit mehr Bargeld befüllt als in Nachbarländern.«

Und man darf die Folgeschäden nicht unterschätzen, die auch an sich unbeteiligte Dritte und nicht nur die Banken im engeren Sinne treffen (können): »Die Angriffe selbst werden immer gefährlicher. So setzen die Täter laut BKA neben explosiven Gasgemischen meist sogenannte Festsprengstoffe ein, darunter auch selbstgebastelte Sprengsätze. „Bei diesen Festsprengstoffen lässt sich die Sprengwirkung noch schlechter einschätzen als bei Gasen“, sagt Kriminaloberkommissar Kipping. Die entstehende Wucht kann verheerend sein. „Dass die Gefahr zunimmt, zeigt sich auch an den Gebäudesachschäden. Die werden immer größer“, berichtet Kipping.«

Auch unser Bundesland Rheinland-Pfalz ist massiv von dieser Verlagerung der kriminellen Aktivitäten betroffen, was man den vielen Berichten entnehmen kann (und selbst der Geldautomat am Campus Koblenz unserer Hochschule war vor einiger Zeit Gegenstand explosiver Begierde).

Zu den vielen Sprengungen von Bankautomaten in Rheinland-Pfalz dieses Interview mit dem Experten Bastian Kipping vom Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz: Warum in Rheinland-Pfalz so viele Geldautomaten gesprengt werden. Und wie reagieren die Banken hier vor Ort? Dazu dieser Bericht: Wegen gesprengter Geldautomaten: Banken in der Pfalz rüsten auf: »In der Vorder- und Südpfalz werden immer häufiger Geldautomaten gesprengt und ausgeraubt … Es ist ein ewiges Wettrüsten zwischen den Banken und den Tätern. Erst 2020 haben die Geldinstitute ihre Geldautomaten gegen Gassprengungen sicher gemacht, jetzt kommen die Täter mit festen Sprengstoffen. In der Vorder- und Südpfalz gab es 2022 acht versuchte Sprengungen, bei fünf wurde erfolgreich Bargeld gestohlen. 2021 gab es eine erfolgreiche und eine versuchte Sprengung.« Ein Antwortversuch seitens der Banken: »Die Sparkasse Südpfalz hat dem SWR gegenüber bestätigt, dass seit einigen Wochen die Vorräume von einigen Filialen nachts geschlossen sind. Man müsse eine Abwägung zwischen der Versorgung mit Bargeld und der Sicherheit vornehmen. Es gehe um den Schutz von Anwohnern, den Kunden und den Automaten. Die Bargeldversorgung sei über andere Automaten sichergestellt. Auch die Sparkasse Vorderpfalz denkt derzeit über diesen Schritt nach.«

Und insgesamt gesehen kann man feststellen: »Die Banken wollen … verstärkt auch auf Videoüberwachung und Einbruchmelder sowie Farbe und Klebstoff in den Geldautomaten setzen. Zu einer stärkeren Prävention hatten sich die deutschen Banken im November 2022 bei einem Treffen mit dem Bundesinnenministerium bereit erklärt. Das Ministerium beobachte Entwicklung der Sprengungen mit „großer Besorgnis“, hieß es damals. Mitte dieses Jahres soll der Erfolg der Maßnahmen überprüft werden. „Das Problem ist: Wir haben einfach zu viele Automaten, um kurzfristig umzurüsten“, sagt LKA-Sprecher Kipping. Immer mehr Banken bauen deswegen Geldautomaten ab. Andere schließen ihre Filialräume über Nacht. Seit Jahresbeginn ist das etwa bei den 23 Filialen der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin der Fall, aber auch in einigen anderen Regionen Deutschlands.«

Glückliches Dänemark?

Schauen wir nach Dänemark: »Verbrechen lohnt sich nicht – das gilt zumindest für Bankraub in Dänemark. 2022 gab es in dem Land keinen einzigen Banküberfall. Denn Bargeld hat an Bedeutung verloren, viele Banken haben kaum noch Reserven«, so dieser Bericht, der am 3. Januar 2023 veröffentlicht wurde und der eine Menge zu tun hat mit dem Oberthema, ob und welche Zukunft das Bargeld (nicht) hat: Ein Jahr ohne Banküberfälle in Dänemark: »Während es im Jahr 2000 im vergleichsweise friedlichen Dänemark immerhin noch 221 bewaffnete Banküberfälle gab, waren es seit 2017 stets weniger als zehn und 2022 schließlich kein einziger mehr, wie die Bankenvereinigung Finansforbundet mitteilte.« Und woran liegt das?

»Das liegt offenbar vor allem daran, dass die Banken schrittweise das Bargeld abschaffen – es verliert in dem skandinavischen Land seit Jahren stetig an Bedeutung und spielt im Alltag kaum noch eine Rolle. Die Corona-Krise beschleunigte diesen Trend noch. Folglich haben auch die Banken des Landes kaum noch Bargeldreserven in ihren Filialen. Laut dem Bankenverband Finans Danmark sind es noch 20 Filialen mit größeren Beständen. Im März vergangenen Jahres hatte die Zentralbank mitgeteilt, dass 2021 Bargeld nur noch zwölf Prozent der Bezahlvorgänge ausmachte, selbst 2017 waren es nur 23 Prozent.«

Man muss aber anmerken, dass auch in Deutschland die Zahl der Banküberfälle seit Jahren stark rückläufig ist:

Nun wird der eine oder andere von Ihnen einwenden, dass sich das ja auf die Zahl der Banküberfälle bezieht, aber doch nicht auf das Problem mit den Bankautomaten, die bei uns mitten in der Nacht in die Luft gejagt werden. Stimmt – und stimmt auch wieder nicht. Lesen wir weiter:

»Kriminelle (haben) sich zwischenzeitlich auf Geldautomaten statt auf Bankfilialen konzentriert. Auf dem Höhepunkt 2016 wurden 18 Mal Automaten attackiert. Doch stärkere Überwachung und besserer Schutz haben auch diese Zahl auf Null gedrückt. Inzwischen werde eher online Beute gemacht.«

Übrigens hier noch was für die Allgemeinbildung, wenn wir schon nach Skandinavien schauen: Kennen Sie den Begriff „Stockholm-Syndrom“? Oder ist der Ihnen schon mal begegnet?

Skandinavien, genauer Schwedens Hauptstadt Stockholm war Schauplatz einer der bekanntesten Banküberfälle überhaupt. Im August 1973 nahm ein Mann nach einem missglückten Bankraub vier Angestellte des Instituts mehrere Tage lang als Geiseln. Nach der Befreiung wollte allerdings niemand gegen den Täter aussagen – das Phänomen gilt als Geburt des Begriffs „Stockholm-Syndrom“.

Ausblick: Wenn es immer weniger Bargeld-Automaten geben sollte, dann kauft man in einem der großen Supermärkte ein und kommt mit gefüllter Brieftasche wieder raus

Es ist ein Wesenszug des modernen Wirtschaftssystems, dass andere auf Mangellagen reagieren und ihrerseits entsprechende Angebote auf den Markt bringen. Die großen Lebensmitteleinzelhändler, die Ihnen hier ja schon mehrfach über den Weg gelaufen sind, haben zwischenzeitlich reagiert und bieten ihren Kunden die Möglichkeit des Bargeldabhebens an der Kasse an – wenn sie für einen bestimmten Mindestumsatz eingekauft haben.

Dazu dieser kurze Bericht des Wirtschaftsmagazins „mex“:

➔ mex: Bargeld im Supermarkt – warum Cash an der Kasse Alltag ist (18.01.2023)
»Geld abheben anno 2023 – dafür braucht es keine Banken, keine Geldautomaten. Wir greifen einfach munter in die Supermarktkasse. Klingt etwas wild, ist aber längst Realität, denn Geld abheben, das geht ab zehn Euro Einkaufswert an beinahe jeder Supermarktkasse. Wir zeigen, warum sich das eigentlich für alle lohnt.«

Werfen wir zu dem Thema einen Blick in die Wirtschaftspresse: Warum zahlen Supermärkte immer häufiger Geld aus?, so ist ein Beitrag von Frank Nestler überschrieben, der in der FAZ am 03.06.2023 veröffentlicht wurde: »Die Banken bauen Geldautomaten ab und lassen sich die Bargeldauszahlung vom Handel bezahlen. Wie kann das sein?« Das ist eine wirklich interessante Frage – auch vor dem Hintergrund, dass wir hier nicht nur über ein paar Euro reden:

»Das Volumen von diesen Auszahlungen ist rasant gewachsen. Waren es im Jahr 2019 noch etwas mehr als 2 Milliarden Euro, die abgehoben wurden, so sind es im Jahr 2022 mehr als 10 Milliarden Euro – eine Verfünffachung innerhalb eines überschaubaren Zeitraums. Insgesamt waren es rund 100 Millionen Auszahlungen, somit lag der durchschnittliche Auszahlungsbetrag also auch bei rund 100 Euro. Das geht aus Zahlen des EHI Retail Institutes hervor, eines wissenschaftlichen Instituts des Handels.«

»Das Prinzip ist einfach: Der Kunde muss nur vor dem Bezahlen mit der Girocard den Betrag nennen und seine PIN-Nummer eingeben. Bis zu 200 Euro können so in der Regel abgehoben werden. Von Händler zu Händler ist nur die Schwelle des Einkaufswertes unterschiedlich, ab der abgehoben werden kann. Manche bieten die Auszahlungen mittlerweile sogar über die Kreditkarte an und damit auch etwa über eine Smartwatch.«

Woher kommt diese Entwicklung?

»Es schließen nicht nur immer mehr Filialen, auch die Geldautomaten werden weniger. Das liegt mit daran, dass sie immer seltener genutzt werden. So hat die ING jüngst ermittelt, dass ihre Kunden im Jahr 2019 noch 3,7-mal im Monat an einen Geldautomaten gegangen sind. Inzwischen sind es nur noch 2,4-mal im Monat – Tendenz weiter sinkend.
Andere Zahlen, etwa vom Internetportal Check24, sind etwas differenzierter: 37 Prozent der Befragten berichteten, dass sie gar keine Bankfiliale besucht hätten, vom Geldautomaten einmal abgesehen. Und auch zum Geldabheben kommen viele nicht mehr sehr häufig. 4 Prozent sagten, sie verzichten mittlerweile ganz auf das Abheben von Bargeld. Bei den 18- bis 24-Jährigen lag dieser Anteil sogar bei 8 Prozent. 22 Prozent der Befragten berichteten, sie gingen seltener als einmal im Monat zum Geldautomaten. Die größte Gruppe der Befragten kommt mit viermal Geldabheben im Monat aus. Nur 6 Prozent sagten, sie machten das öfters – die Nachfrage nach den Geldautomaten sinkt also, was auch an den steigenden bargeldlosen Zahlungen liegt.«

Jetzt wird es aber so richtig spannend, also aus ökonomischer Sicht:

Der Handel nimmt den Banken eine Aufgabe ab – doch der Handel bezahlt dafür die Banken sogar.

Was? Schauen wir genauer hin: »Für jede Auszahlung werden 0,1 bis 0,218 Prozent des Betrages fällig, im Schnitt 0,13 Prozent. Das ergibt bei einem durchschnittlichen Abbuchungsbetrag von 97,13 Euro eine Gebühr von 12 Cent für den Handel. Bei Auszahlungen in Höhe von 10 Milliarden Euro sind das also Gebühren in Höhe von rund 12 Millionen Euro – nicht unbedingt ein Pappenstiel. „Der Handel hält diese Kompensation für nicht gerechtfertigt, weil der Bargeld-Service eine Entlastung der Kreditwirtschaft bedeutet. Diese hat dadurch nämlich die Möglichkeit, vermehrt Geldausgabeautomaten abzubauen und Kosten zu reduzieren“, heißt es in einer Erklärung des Handelsverbandes.«

Aber wie kann das dann trotzdem sein, dass die Banken dafür Geld verlangen? Sind Sie auch irritiert?

»Ein Handelsinsider erklärt, dass Geldauszahlen einst als Marketing-Gag der Rewe-Gruppe entstanden sei. Fragt man nun Händler, warum das trotzdem so ausgeweitet wurde, hört man immer, es sei aus Servicegedanken gegenüber den Kunden gewesen. Der Insider: „Es ist wahrscheinlich mittlerweile so wie mit den Besen vom Zauberlehrling, die sich irgendwann verselbständigen – und die man dann nicht mehr unter Kontrolle hat.“«

Man kann das aber auch als eine Art „win-win-Situation“ für den Einzelhandel und die Banken sehen:

»Grundsätzlich kann der Handel davon profitieren, weil er seinen teuren Bargeldstand verringert und einen zusätzlichen Service anbietet. Außerdem kauft dann jemand doch etwas mehr ein, wenn man schon Geld abhebt. Die Banken profitieren dagegen davon, dass eine der wesentlichen Servicesleistungen – nämlich die Bargeldversorgung – auf einem weiteren Standbein steht, stellt dafür aber die Infrastruktur im Hintergrund dafür bereit.«