Sind wir auf dem Weg in eine bargeldlose Gesellschaft?

In der VWL-Vorlesung wurde bereits mal die Frage gestellt, ob es in Zukunft überhaupt noch Bargeld geben wird. Ein spannendes und wie man sehen wird höchst umstrittenes Thema.

Fangen wir mit Ihnen selbst an. Wie zahlen Sie denn im Alltag? Benutzen Sie (noch) Bargeld oder eine Kreditkarte oder Ihr Smartphone? Schauen wir auf die Statistik:

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Von der Königin der Kryptowährungen zur profanen Tulpenzwiebel oder: Bitcoin, am Ende doch nur eine spekulative Erscheinung statt einer echten Alternative zu den „Fiat“-Währungen? Und dann auch noch ein „digitaler Euro“?

Ich habe Ihnen in der letzten Veranstaltung einen ersten Einstieg in die gar nicht mehr so geheime Welt der Kryptowährungen gegeben – allen voran die erste dieser eigenartigen Kreationen, also dem Bitcoin.

Eine tagesaktuelle Übersicht über die mittlerweile 10.000 Kryptowährungen, deren Kursverläufe und der Marktkapitalisierung finden Sie beispielsweise auf solchen Seiten: https://coinmarketcap.com. So wird beispielsweise am 5. Juli 2022 für den globalen Markt an Kryptowährungen eine Marktkapitalisierung in Höhe von 906,65 Mrd. US-Dollar ausgewiesen. Damit hat der Bitcoin immer noch einen Anteil von über 40 Prozent, mit einigem Abstand gefolgt von Ethereum und Tether.

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Der Wechselkurskanal der Geldpolitik und der Außenwert des Euro gegenüber dem Dollar. Ein aktuelles Beispiel für die Auswirkungen aus der Wirtschaftspresse

Wir haben uns heute in der Vorlesung beschäftigt mit der Geldpolitik. Sie haben erfahren, dass diese auf zwei Säulen basiert: Zum einen der Zinspolitik und zum anderen die Liquiditätspolitik. Außerdem haben Sie gehört, dass ein weiterer wichtiger Wirkungskanal der Geldpolitik der „Wechselkurskanal“ ist. In der Ihnen vorliegenden Foliensammlung zur Geldpolitik wurde das so erläutert:

»Steigen beispielsweise die inländischen Zinssätze stärker als die ausländischen, so wird eine Geldanlage am heimischen Kapitalmarkt tendenziell attraktiver – sowohl für inländische als auch für ausländische Anleger. Dadurch entsteht eine höhere Nachfrage nach inländischer Währung, wodurch sie sich relativ zur ausländischen Währung verteuert.«

Umgekehrt verläuft der Prozess, wenn die Zinssätze im Inland im Vergleich zum Ausland sinken. Und das ist dann für den Euro eher relevant, denn auch wenn die EZB eine zaghafte Erhöhung des Leitzinssatzes in Höhe von 0,25 Prozentpunkten für den Juli angekündigt hat, sind andere Notenbanken schon weiter bei der „Zinswende“, so beispielsweise die US-amerikanische Fed. Seit dem 15. Juni dieses Jahres liegen die Leitzinsen nach der dritten Zinserhöhung bei 1,5 – 1,75 Prozent (vgl. dazu US-Notenbank hebt Leitzins kräftig an: »Im Kampf gegen die hohe Inflation hat die US-Notenbank Fed den Leitzins so kräftig angehoben wie seit 1994 nicht mehr. Sie beschloss eine Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte auf die neue Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent. Die Fed gab damit die dritte Leitzinserhöhung in diesem Jahr bekannt. Die Währungshüter signalisierten, dass sie dieses Jahr noch mehrfach nachlegen werden, um die Inflation in Schach zu halten. Sie peilen für das Jahresende im Schnitt ein Zinsniveau von 3,4 Prozent an. Im März hatten sie noch einen Wert von 1,9 Prozent ins Auge gefasst.«

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Wie das Geld aus dem Nichts auf die Welt kommt und was schon Goethe darüber wusste. Außerdem ein materialreicher Blick auf die Geldpolitik

Ich habe in dem Ihnen zur Verfügung gestellten Lehrvideo einen Ausflug gemacht in das so wichtige Themenfeld Geldschöpfung. Wie kommt das Geld in die Welt? Vor allem – kann es wirklich sein, dass man Geld „aus dem Nichts“ schöpfen kann? Ja, offensichtlich geht das. Die besondere Rolle der Geschäftsbanken in diesem Prozess habe ich Ihnen erläutert

Und bereits Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) hat den Mechanismus verstanden und im zweiten Teil seiner Faust-Tragödie beschrieben. Das klingt krass und deshalb schauen wir uns das einmal kurz genauer an.

Zuerst ein Blick in „Faust, der Tragödie zweiter Teil“: Die Lage im Staat ist ernst. Hemmungsloser Egoismus, Parteilichkeit ohne jeden Gemeinsinn und allgemeine Korruption herrschen allenthalben. Am Hofe wird das Geld mit vollen Händen ausgegeben und exzessiv geprasst. Der Finanzminister kann seine Rechnungen nicht mehr bezahlen und seine Kredite nicht mehr bedienen. Wie so oft in der Geschichte hat sich ein Staat völlig übernommen und kann seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Unaufhaltsam naht der Staatsbankrott.

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Ein Nachtrag zu dem Thema Abhängigkeiten – und den Versuchen, sich aus diesen zu befreien

Sie haben eine Menge erfahren dürfen über die Abhängigkeiten des Außenhandels zwischen Deutschland (und der EU) mit Ländern wie China und Russland. Und für uns alle offensichtlich ist die Abhängigkeit der deutschen Volkswirtschaft von den Energieimporten aus Russland, vor allem in Form von Erdgas und Erdöl.

➔ Da gibt es doch noch die Atomkraft, aus deren Nutzung wir gerade aussteigen. Wäre das nicht eine Alternative, also die noch vorhandenen Atomkraftwerke länger laufen zu lassen, manche Politiker fordern sogar eine Renaissance der Atomkraft, also den Bau neuer Atomkraftwerke. Schauen wir hier einmal genauer hin. Denn auch hier braucht man Brennstoff, in diesem Fall Uran.

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Der deutsche (und europäische) Außenhandel unter mehrfachen Druck: China, Russland (sowie die Ukraine). Und warum es in diesen Tagen kein Vergnügen ist, Konjunkturprognosen zu erstellen

Ich hatte Ihnen in der Vorlesung einige Befunde zur Bedeutung des Außenhandels mit China präsentiert – vor dem Hintergrund, dass China schon seit einigen Jahren als der größte Handelspartner Deutschlands ausgewiesen wird. Dabei ging es vor allem um die überaus bedeutsame Frage nach den Abhängigkeiten bei kritischen Gütern und Rohstoffen. Fremerey/Obst (2022) bilanzieren in ihrer Analyse: »In den letzten Jahren haben sich ausgewogene Handelsbeziehungen zwischen Europa und China eingestellt. Deutschland ist von chinesischen Vorleistungen aber stärker abhängig als andersherum. Auch der Absatzmarkt China spielt eine bedeutsame Rolle für unser Land. Beide wirtschaftlichen Verflechtungen sind aber keineswegs dominierend. Durch die hohe Zukunftsrelevanz und die geringen Substitutionsmöglichkeiten ergibt sich bei bestimmten Rohstoffen, wie Seltene Erden, eine kritische Abhängigkeit der Welt und Deutschland von China. Auf dem Weg zur Unabhängigkeit von russischen Energieträgern könnte Deutschland sich also in neue Abhängigkeiten zu China begeben.«

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Der deutsche Außenhandel mit der Ukraine und Russland – bis zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Februar 2022. Und ein Blick auf die Abhängigkeiten von Importen aus Russland jenseits von Erdgas

Ich hatte Ihnen für die Übungsveranstaltung Daten zum deutschen Außenhandel mit der Ukraine und Russland zur Verfügung gestellt. Beginnen wir mit einem Blick auf die Ukraine.

Im vergangenen Jahr, also 2021 wurden Güter im Wert von 5,4 Mrd. Euro in die Ukraine exportiert, der Wert der Importe aus der Ukraine belief sich auf 3,12 Mrd. Euro, so dass Deutschland mit der Ukraine wie mit vielen anderen Ländern auch einen Exportüberschuss erwirtschaftet hat.

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Der deutsche Außenhandel: Komparative Vor- und Nachteile

Die deutsche Wirtschaft ist in hohem Maße exportorientiert und damit auch exportabhängig. Annähernd jeder vierte Arbeitsplatz hängt vom Export ab. Gleichzeitig ist Deutschland als rohstoffarmes Land ebenso auf Importe angewiesen, insbesondere im Energiebereich.

Wer sind die wichtigsten Handelspartner Deutschlands? Und bei welchen Gütergruppen sind wir (aus deutscher Sicht) besonders gut, bei welchen hingegen sind wir von Importen aus anderen Ländern abhängig? Da hilft ein Blick in die Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamtes.

»Im Jahr 2021 wurden nach vorläufigen Ergebnissen Waren im Wert von 245,7 Milliarden Euro zwischen Deutschland und der Volksrepublik China gehandelt (Exporte und Importe). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, war damit die Volksrepublik China im Jahr 2021 zum sechsten Mal in Folge Deutschlands wichtigster Handelspartner«, so das Statistische Bundesamt unter der Überschrift Die Volksrepublik China ist erneut Deutschlands wichtigster Handelspartner. Schaut man sich die 20 wichtigsten Handelspartner Deutschlands an (gemessen am Außenhandelsumsatz) dann ergibt sich hinsichtlich der komparativen Vor- und Nachteile (bei der die Differenz von Exporten und Importen in Relation gesetzt wird zum jeweiligen Außenhandelsumsatz mit dem Land) das folgende Bild:

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Die deutsche Zahlungsbilanz 2021

Die Bundesbank hat in ihrem Monatsbericht 2022 einen Beitrag veröffentlicht zum Thema: Die deutsche Zahlungsbilanz für das Jahr 2021. Schauen wir uns zuerst einmal die Zusammenfassung an:

»Der Leistungsbilanzüberschuss der deutschen Volkswirtschaft stieg im Jahr 2021 im Verhältnis zum nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,5 Prozentpunkt auf 7,5%. Der Überschuss lag nach dem kurzzeitigen Rückgang im Vorjahr ungefähr wieder auf dem Niveau vor Ausbruch der Coronavirus­-Pandemie. Dabei stieg vor allem der Primäreinkommensüberschuss, während die Salden im Warenhandel, im Dienstleistungsverkehr und bei den Sekundäreinkommen weitgehend unverändert blieben. Dieses Ergebnis ist nur zu einem Teil auf die Umkehr der Entwicklungen des ersten Pandemiejahres zurückzuführen. Zwar erholte sich der Aktivsaldo der Primäreinkommen aufgrund höherer Erträge aus deutschen Direktinvestitionen im Ausland im Umfeld des Aufschwungs in den meisten Sitzländern. Zudem profitierten die deutschen Exporteure von der wieder höheren Auslandsnachfrage. Jedoch wirkten starke Importpreissteigerungen im Zusammenhang mit pandemiebedingten Lieferengpässen überschussmindernd im Warenhandel. Darüber hinaus kamen im Jahr 2021 von den weiter geringen deutschen Reiseverkehrsausgaben sowie außer­gewöhnlich hohen Einnahmen aus Patenten für Impfstoffe positive Beiträge zur normalerweise defizitären Dienstleistungsbilanz.«

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Weltwirtschaftsforum 2022: Das Treffen der Reichen, Schönen und Mächtigen in Davos (Schweiz) ist beendet. Und die EU-Kommission hat ihren Länderbericht Deutschland 2022 veröffentlicht

Vom 22. bis zum 26. Mai 2022 fand das Weltwirtschaftsforum in Davos statt – diesmal wieder wie früher, also in Präsenz in den Schweizer Bergen. Und es war ein Treffen unter ganz besonderen Umständen: »Davos 2022 was a meeting of many firsts. Our first Annual Meeting in the Alpine spring, the first physical one since the outbreak of COVID-19, the first since the invasion of Ukraine, and the first meeting of global climate leaders since COP26.« Einen ausschnitthaften Überblick finden Sie hier: Davos 2022 – what just happened? 9 things to know.

In diesem Zusammenhang – die Menschen und insbesondere Studierende mögen es ja gerne kurz und knackig, also anders als sonst bei mir – möchte ich Sie auf dieses kurze Video (exakt 1:49 Minuten) aufmerksam machen:

What Will Happen In 2022 – According To The World’s Top Economists. We asked chief economists their predictions for the future. Here’s what they came up with.

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