Von der Marktmacht in einem zentralen Bereich der weltweiten Logistik: Containerverkehr auf hoher See

Kaffee, Bananen, Smartphones, Autos: Handelsschiffe transportieren Waren rund um den Globus. 90 Prozent des globalen Handels erfolgen über den Seeweg. Die Container-Schiffe sind mehr als nur ein Symbolbild für die Weltwirtschaft. Das merkt man im wahrsten Sinne schmerzhaft, wenn die Netzwerke, in denen die Schiffe eingebunden sind, gestört sind oder ganze Lieferketten zerrissen werden, wie wir das in den zurückliegenden zwei Corona-Jahren erleben mussten – und auch gegenwärtig gibt es immer noch Störungen im weltweiten Handel.

Und dann wird man auch noch mit ökonomischen Prozessen konfrontiert, die wir an anderer Stelle in der bisherigen VWL-Vorlesung bereits angesprochen haben.

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Wo bleibt das Flüssiggas aus Katar? Ein Lehrstück über Angebot, Nachfrage, Preise und Vertragslaufzeiten jenseits der aktuellen Fußball-WM im Wüstensand

Ich hatte Ihnen vor dem Hintergrund der am Sonntag gestarteten Fußball-WM 2022 in Katar – die gestern zu einer Niederlage der (noch) viertgrößten Volkswirtschaft der Welt, also Deutschland, im Spiel gegen die drittgrößte Volkswirtschaft, also Japan, für unsere Nationalmannschaft ziemlich unrühmlich begonnen hat – in einem eigenen Beitrag einige hier natürlich volkswirtschaftlich relevante Hintergrundinformationen zum Fußball, vor allem aber zu Katar gegeben: Die Fußball-WM 2022 im Wüstensand von Katar und darüber hinaus – aus volkswirtschaftlicher Sicht. Am Ende dieses Beitrags fanden Sie den Hinweis, dass der Bundeswirtschaftsminister Habeck nach seiner Katar-Reise zwar verkündet hat, dass es ein Abkommen über langfristige Flüssiggaslieferungen aus dem Emirat geben soll, aber unterzeichnet ist noch nichts. Anders hingegen die Chinesen mal wieder: »Das Golfemirat Katar hat mit China einen langjährigen Vertrag zur Energieversorgung geschlossen. Das staatliche Unternehmen Qatar Energy werde jährlich vier Millionen Tonnen Flüssiggas in die Volksrepublik liefern, teilte der Konzern mit. Der Vertrag laufe über 27 Jahre, hieß es«, so diese Meldung vom 21.11.2022.

Was sind die Hintergründe? Müssen wir uns in Deutschland Sorgen machen?

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Die Fußball-WM 2022 im Wüstensand von Katar und darüber hinaus – aus volkswirtschaftlicher Sicht

Am Sonntag hat sie begonnen, die Fußball-WM im Golfstaaten-Emirat Katar. Und wir sind alle konfrontiert mit einr hyperventilierenden Berichterstattung über „One Love“-Armbinden, die nach einer Entscheidung des Welt- Fußballverbands FIFA nicht von den Mannschaftskapitänen wie eigentlich geplant getragen werden dürfen. Oder der Entscheidung des Gastgeberlandes kurz vor Beginn des Turniers, dass man nun sich nicht als Fan vor Ort seinen Gerstensaft bekommt, wie eigentlich zugesagt. Oder über die in Deutschland vieldiskutierte Frage, ob man das ganze Spektakel nicht sowieso boykottieren sollte. Public Viewing bei den Temperaturen macht auch nicht wirklich Spaß. Jeder wird sich dazu seine oder ihre Meinung bilden.

In meiner VWL-Veranstaltung soll und muss das Thema auch aufgegriffen werden, aber natürlich aus einer explizit volkswirtschaftlichen Perspektive. Denn bei dem Gastgeber handelt es sich nicht um irgendein Land, obgleich es mit 11.610 km² nur halb so groß ist wie unser Bundesland Hessen. Es geht hier um eine in der Golfregion relevante regionale Wirtschaftsmacht, die vor allem wegen des Erdgases auch eine (zunehmende) weltwirtschaftliche Bedeutung hat. Manche werden sich erinnern, dass der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) vor kurzem zu Besuch war in diesem Emirat, auf der Suche nach einem Ersatz für die ausbleibenden russischen Erdgaslieferungen im Gefolge des russischen Überfalls auf die Ukraine und die damit einhergehenden weltwirtschaftlichen Verwerfungen.1

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Was haben die Bibel und auch der Koran mit der Volkswirtschaftslehre zu tun?

Ich hatte in der Vorlesung kurz darauf hingewiesen, dass man die Bibel bzw. Teile davon durchaus als ein volkswirtschaftliches Lehrbuch lesen und interpretieren kann. Natürlich in der diesem Sammelband entsprechenden ganz eigenen Sprache, aber es kommt ja auf die Inhalte an.

Beispielsweise findet man im Alten Testament durchaus eine Vorstellung von dem, was wir als Konjunkturzyklus besprochen haben, also vereinfacht gesagt das Auf und Ab der wirtschaftlichen Entwicklung. In der Bibel wird von den „sieben fetten und den sieben mageren Jahren“ gesprochen. Das müssen wir uns einmal genauer anschauen. Zugleich ist das wirklich ein ökonomisches Lehrstück, was ich Ihnen hier berichten kann.

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Die eine große Zahl – das Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Die VGR mit der zentralen Kennzahl Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist von fundamentaler Bedeutung für das Wirtschaftsleben – an der Veränderung des BIP wird nicht nur allgemein
das Wirtschaftswachstum festgemacht, sondern auch die konjunkturelle Entwicklung. Und gerade in der Politik ist die Fokussierung auf das BIP und seine Veränderung von großer Bedeutung.

Zu der besonderen Bedeutung des BIP in Politik und Wirtschaft vgl. auch diesen Artikel: Regieren nach Zahlen. Dort wird über die Arbeit des Politikwissenschaftlers Philipp Lepenies berichtet, der die Rolle, die statistische Indikatoren in der modernen Politik spielen, untersucht hat. „Indikatoren wird heutzutage eine einmalige und wichtige instrumentelle Rolle zugeschrieben“, so Lepenies, der das Forschungszentrum für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin leitet. „Der renommierte amerikanische Ökonom Joseph Stiglitz hat das folgendermaßen ausgedrückt: Was wir messen, bestimmt unser Verhalten. Und wenn wir falsch messen, handeln wir falsch.“ Seit einigen Jahren schon gibt es in mehreren OECD-Staaten Bemühungen, Regierungen durch die Etablierung sogenannter alternativer Wohlfahrtsindikatoren dazu zu bewegen, sich weniger um Wirtschaftswachstum und stärker um die Erhöhung der Lebensqualität und der Zufriedenheit der Bürger zu kümmern.

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Von den vielen privaten, den wenigen öffentlichen und einigen meritorischen Gütern. Und was das mit der höchst umstrittenen Frage nach Studiengebühren zu tun hat

Hört das denn nie auf mit diesen ganzen Begriffen? Möglicherweise werden sich das einige vielleicht fragen, die vielen anderen freuen sich bestimmt, dass sie die bedeutsamen und immer wieder an anderen Stellen auftauchenden ökonomischen Grundbegriffe in der VWL-Veranstaltung handverlesen aufbereitet bekommen. Also starten wir in eine weitere Runde – und sie werden gleich auf „alte Bekannte“ wie beispielsweise negative externe Effekte stoßen. Die Dinge hängen halt alle irgendwie zusammen. 

Da wären beispielsweise diese Güterbegriffe, mit denen die Ökonomen hantieren. Vereinfacht gesagt: Die allermeisten Güter, die Ihnen begegnen (und von denen Sie mehr oder wenige viele haben wollen, wenn Sie es sich denn leisten könnten) sind private Güter. Deren Charakteristikum lässt sich so auf den Punkt bringen: Für diese Güter existiert ein Markt und die Nachfrager müssen einen Preis bezahlen. Wer dies nicht will oder kann, wird von der Nutzung ausgeschlossen (Ausschlussprinzip). Also wenn Sie sich die Sachen anders als Ihr Dozent nicht leisten können, weil Sie nicht über die notwendige Kaufkraft verfügen, dann werden Sie vom Konsum dieser Güter einfach mal ausgeschlossen. Pech gehabt oder eben mehr lernen, damit Sie auch Professor werden. Aber da gibt es noch zwei andere, wichtige Güterarten:

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Legal, illegal, … Überall diese Kartelle. Sogar bei Schultaschen. Und bei „Brückendehnfugen“ haben sich zwei Anbieter die Torte geteilt

Wir haben uns aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Kartellverbot beschäftigt – und Sie sollten mitgenommen haben, wie viele Kartelle (von denen man weiß, weil sie aufgedeckt wurden), es gegeben hat. Und obgleich das (bis auf ganz wenige Ausnahmen, die ich Ihnen genannt habe) eine illegale Angelegenheit ist, stößt man immer wieder auf neue Kartelle. Und das in Bereichen, an die man sich nicht sofort gedacht hätte.

Hier ein weiteres von vielen Beispielen, diesmal aus Österreich unter deutscher Beteiligung: »Ein 2019 aufgeflogenes Kartell bei Schultaschen und Rucksäcken der Marken „satch“ und „ergobag“ hat dem Hersteller und den beteiligten Händlern Geldstrafen von insgesamt rund einer halben Million Euro eingebrockt. Den Großteil davon, 340.000 Euro, musste 2021 die deutsche Fond of GmbH zahlen, die hinter den Marken steht.« Nun hat die Bundeswettbewerbsbehörde Geldbußenanträge gegen zwei Händler gestellt.

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Kartelle im realen Wirtschaftsleben. Eine ZDF-Dokumentation liefert einen Einblick in die vielgestaltige Welt der Kartelle

Um die Bedeutung der Wettbewerbspolitik und des Wettbewerbsrechts – unser nächstes Thema – für die moderne Wirtschaftspolitik besser verstehen zu können, lohnt neben dem Studium der meistens mehr als trockenen Fachliteratur ein Blick in die tatsächlichen Ausformungen von Kartellen und kartellähnlichem Verhalts in der Wirtschaft.

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Monopolbildung, Digitalisierung und die (mögliche) Rolle der Wettbewerbspolitik

Wir haben uns in der bisherigen Vorlesung intensiv beschäftigt mit dem Themenfeld digitale Ökonomie, die für unser aller Leben immer wichtiger wird. Sie haben – ausgehend vom Grundkonzept der „natürlichen Monopole“ – gelernt, welche besonderen Effekte bei den Digitalunternehmen wirken. Ob nun Metcalfe’s LawSkaleneffekte1 oder das „winner takes all“-Prinzip – es sind Mechanismen, die zahlreiche und ungelöste Wettbewerbsfragen aufwerfen.

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Aus den Untiefen der Digitalökonomie. Und was versteht man eigentlich unter einer „Plattformökonomie“?

Wir haben bereits viel gesprochen über Monopole, über Marktmacht und den Missbrauch von Marktmacht bis hin zu den Besonderheiten, die wir in der Digitalökonomie beobachten müssen. Und wir werden das noch weiter vertiefen im Themenfeld Wettbewerbspolitik. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen an einem Beispiel zeigen, wie das, was wir bereits behandelt haben, aufgegriffen wird und dessen Schlussfolgerungen weit über ökonomische Auswirkungen im engeren Sinne hinausreichen. Daran anschließend finden Sie einige ergänzende Erläuterungen von mir zu dem so wichtigen Begriff der „Plattformökonomie“. Der wird Ihnen an vielen Stellen immer wieder begegnen, so dass Sie unbedingt eine Vorstellung haben sollten, was man darunter versteht.

Es geht um den folgenden Beitrag:

➔ Thieß Petersen (2019): Wie die Digitalisierung die Marktwirtschaft untergräbt (07.05.2019)

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