Wir sind am Ende. Also fast. So viele Themen wurden in der VWL-Veranstaltung behandelt und wir haben uns dem klassischen Ansatz folgend von den ökonomischen Grundbegriffen über die Mikroökonomik in die Makroökonomik durchgearbeitet und immer wieder wurden auch einzelne Bereiche der Wirtschaftspolitik aufgerufen.
Dass die Volkswirtschaftslehre und die von ihr zu bearbeitenden Themen von zentraler Bedeutung als Rahmenbedingungen betriebswirtschaftlichen Handelns ist, sollte im Verlauf der Veranstaltung deutlich geworden sein. Denken Sie beispielsweise nur an die am Ende der Vorlesung intensiv behandelte Geldpolitik vor dem Hintergrund der Inflationsentwicklung. Das beeinflusst nicht nur uns alle als private Haushalte, die auf zahlreichen Märkten als Nachfrager auftreten (oder eben nicht), sondern viele unternehmerische Entscheidungen werden von dem, was in der Geldpolitik passiert, ermöglicht oder begrenzt, zuweilen auch verhindert, wenn wir nur an die mit der Zinsentwicklung zusammenhängenden Kosten der Fremdkapitalbeschaffung denken.
Aber man kann und muss noch einen Schritt weiter gehen. Aus der Vogelperspektive einer sozialwissenschaftlich fundierten Volkswirtschaftslehre lassen sich zentrale Herausforderungen für alle Unternehmen aufgrund sogenannter gesellschaftlicher Megatrends ableiten und diskutieren. Immer wieder taucht in diesem Zusammenhang das Schlagwort von den „4 D“ auf.

Die Begrifflichkeit der „4D“ (oder auch die „Vier D der Transformation“) hat ihren Ursprung im ökonomischen und wirtschaftspolitischen Diskurs im deutschsprachigen Raum – insbesondere geprägt und popularisiert durch das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW).
Im September 2021 veröffentlichte das IW eine vielbeachtete und umfassende Strukturstudie mit dem Titel „Gleichzeitig: Wie vier Disruptionen die deutsche Wirtschaft verändern“.
➔ Vera Demary et al. (2021): Gleichzeitig: Wie vier Disruptionen die deutsche Wirtschaft verändern. Herausforderungen und Lösungen, Köln: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 2021
Um die erhebliche, gleichzeitige Belastung und den Umbaubedarf für Unternehmen greifbar zu machen, wurden die vier großen, mit dem Buchstaben „D“ beginnenden Megatrends zusammengefasst:
1. Digitalisierung (technologischer Wandel, KI, Automatisierung)
2. Dekarbonisierung (Klimaneutralität, Energiewende)
3. Demografie (Fachkräftemangel, Alterung der Gesellschaft)
4. Deglobalisierung (Reshoring, Nearshoring, Friendshoring, geopolitische Spannungen, resilientere Lieferketten)
Zur Abrundung der VWL-Veranstaltung tauchen wir exemplarisch ein in das, was unter dem großen Begriff „Digitalisierung“ überall auftaucht, vor allem hinsichtlich der Ausdifferenzierung dessen, was unter AI bzw. KI verhandelt wird – und was nicht nur in der Wirtschaft, sondern bei uns allen eine immer größere Rolle spielt bzw. spielen wird.
Zum einen werden wir uns beschäftigen mit der „neuen“ Welt der KI-Ökonomie. Und wenn man sich das, was da gerade passiert, genauer anschaut, dann werden Sie auf viele „alte Bekannte“ aus der VWL-Vorlesung stoßen: Marktformen, weite und enge Angebotsoligopole, Wettbewerb, Verkäufer- und Käufermärkte, scheinbare Gesetzmäßigkeiten der Digitalökonomie. Um nur einige wenige Erinnerungsposten hier anzuführen.
Und in einem zweiten Teil – nicht nur, aber auch vor dem Hintergrund Ihrer beruflichen Zukunft – werden wir einen Ausflug machen in das Themenfeld KI und Arbeitsmarkt.
Die Foliensammlungen zu den beiden Themenfeldern stehen Ihnen auf der Olat-Seite im Materialordner zur Verfügung.