Was haben die Bibel und auch der Koran mit der Volkswirtschaftslehre zu tun?

Ich hatte in der Vorlesung kurz darauf hingewiesen, dass man die Bibel bzw. Teile davon durchaus als ein volkswirtschaftliches Lehrbuch lesen und interpretieren kann. Natürlich in der diesem Sammelband entsprechenden ganz eigenen Sprache, aber es kommt ja auf die Inhalte an.

Beispielsweise findet man im Alten Testament durchaus eine Vorstellung von dem, was wir als Konjunkturzyklus besprochen haben, also vereinfacht gesagt das Auf und Ab der wirtschaftlichen Entwicklung. In der Bibel wird von den „sieben fetten und den sieben mageren Jahren“ gesprochen. Das müssen wir uns einmal genauer anschauen. Zugleich ist das wirklich ein ökonomisches Lehrstück, was ich Ihnen hier berichten kann.

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Was ist eigentlich aus der „Anti-Kartell-Matraze“ geworden? Und was ist heute (ökonomisch) los auf dem Matrazen-Markt in Deutschland? 

In der ZDF-Doku zum Thema „Abzocke in Deutschland – Kartelle auf Kosten der Kunden“, die bereits einige Jahre alt ist, tauchte in dem Beitrag ein dort als einsamer Kämpfer gegen die sich untereinander preisabsprechenden Hersteller von Matrazen dargestellter Händler auf, der am Ende begonnen hat, seine eigenen Matrazen herzustellen – mit einem guten Gespür für Marketing nannte er die damals „Anti-Kartell-Matraze“.

Nun sind schon einige Jahre ins Land gezogen und der eine oder andere hat sich vielleicht die Frage gestellt, was aus dieser „Anti-Kartell-Matraze“ eigentlich geworden ist.

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Warum das Statistische Bundesamt das Wirtschaftswachstum, besser: die Schrumpfung des BIP für die Jahre 2023 und 2024 nachträglich nach unten korrigieren musste 

Im Februar 2025 hat das Statistische Bundesamt die Publikation „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen. Wichtige Zusammenhänge im Überblick 2024“ veröffentlicht.1 Daraus habe ich eine Abbildung über das langfristige Wirtschaftswachstum entnommen – von den 1950er Jahren bis 2024. Die finden Sie in der Ihnen vorliegenden Foliensammlung „Einstieg in die Makroökonomik und in die VGR“ (Folie 14). Und dort wird für die beiden Rezessionsjahre 2023 und 2024 eine Abnahme der an der Veränderung des BIP gemessenen volkswirtschaftlichen Wertschöpfung in der Größenordnung von -0,3 Prozent für 2023 und -0,2 Prozent für 2024 ausgewiesen.

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Das Bundeskartellamt, „kartellrechtliche Bedenken“ und das Beispiel Check24

Wir haben intensiv über die Welt der Plattformökonomie miteinander gesprochen und eines der Plattformunternehmen, das Sie dabei kennen gelernt haben, ist Check24. Dieses Unternehmen war im vergangenen Jahr Gegenstand einer der Folgen der Serie Was kostet die Welt?: Warum du Check24 nicht entkommen kannst (08.05.2025), so ist das Video dazu überschrieben: »Check24 erobert das deutsche Internet. Egal ob Versicherungen, Pauschalreisen oder Handyvertrag: Für viele Deutsche führt kein Weg mehr an der Plattform vorbei. Was sicher nur die wenigsten wissen: Das Unternehmen überrollt gerade eine Branche nach der anderen und gehört zwei stillen, aber ultra kompetitiven Milliardären.«

Und dieses Unternehmen taucht in der aktuellen Arbeit des Bundeskartellamtes auf. Am 24. Februar 2026 hat das Bundeskartellamt diese Mitteilung veröffentlicht: Check24 verpflichtet sich zur Aufgabe von Preisparitätsklauseln gegenüber Energieversorgern. „Preisparitätsklauseln“, was ist das nun wieder, wird der eine oder andere fragen. Schauen wir einmal genauer hin:

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Das Bundeskartellamt und die bis auf wenige Ausnahmen verbotenen Kartelle. Die gibt es in der Wirtschaftswirklichkeit häufig

Wir haben das wirtschaftspolitisch so wichtige Thema Wettbewerbspolitik besprochen. Angesichts der fundamentalen Bedeutung der Sicherstellung und Gewährleistung eines „funktionierenden Wettbewerbs“ sollte deutlich geworden sein, wie wichtig die Arbeit der staatlichen Regulierungsbehörden in diesem Feld ist, vor allem angesichts der enormen Anreize, die marktbeherrschende Unternehmen haben, den Markt zu ihren Gunsten zu verzerren.

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Im Schatten der Blockade der Straße von Hormus: 20.000 Seeleute hängen auf ihren Schiffen fest

Ich hatte in einer der Vorlesungen bei der Besprechung der aktuellen Krisenherde der Welt mit ihren enormen wirtschaftlichen Auswirkungen (wir haben das am Beispiel der Folgen für die „Kerosin-Ökonomie“ besprochen) in einem Nebensatz versucht, auf Menschen aufmerksam zu machen, die kaum in der Berichterstattung erwähnt werden, die aber einen sehr hohen Preis zahlen müssen für die Eskalation im Persischen Golt: die Seeleute, die auf den blockierten Schiffen festhängen. Seit Wochen.

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Die große und weite Welt der Plattformökonomie

Wir haben uns im bisherigen Verlauf der Vorlesung bereits mit zahlreichen Plattformunternehmen beschäftigt.1 Und ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass Sie in Ihrem weiteren Leben immer öfter mit diesen Unternehmen und den damit verbundenen Marktprozessen konfrontiert werden. Als Vorreiter in der Plattformökonomie werden immer wieder die „Big Four“ (aus den USA) genannt: Google (Alphabet), Amazon, Facebook (Meta) und Apple. Die stehen mit ihrer dominanten Marktstellung im Zentrum der digitalen Ökonomie, weswegen die sogenannte Plattformökonomie auch als „GAFA- bzw. GAMA-Ökonomie“ bezeichnet wird.

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Von einem angeblichen (Nicht-)Mangel an Kerosin und dem Fuel Hedging der Fluggesellschaften

Wir hatten in der Übungsveranstaltung eine Aufgabe, in der es um den rasanten Preisanstieg beim Kerosin seit der Eskalation im Persischen Golf ging. Die Preise für den Treibstoff der Flugzeuge haben sich in den vergangenen Wochen mehr als verdoppelt.

Bei der Besprechung der Fragestellung, ob Lufthansa & Co. nun die deutlich gestiegenen Kosten vollständig allein tragen müssen, weil doch die meisten Reisen in der anlaufenden Sommersaison schon vor Monaten zu den damaligen Preisen gebucht worden sind, haben wir herausgearbeitet, dass das so nicht gesagt werden kann, denn die Fluggesellschaften sichern sich ab auf den Terminmärkten.

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Ausschreibung und Vergabe öffentlicher Aufträge – ein Milliardengeschäft mit zahlreichen juristischen Fallstricken

Das Vergaberecht umfasst die Gesamtheit derjenigen Regeln und Vorschriften, die dem Staat, seinen Untergliederungen oder sonstigen öffentlichen Auftraggebern bestimmte Vorgehensweisen beim Einkauf von Gütern oder bei der Inanspruchnahme sonstiger Leistungen am Markt mittels eines entgeltlichen Vertrags vorschreiben. Das hat sich „mega-trocken“ an und das ist es sicher auch.

Aber: Man kann die Bedeutung des Vergaberechts betriebs- und volkswirtschaftlich gar nicht überschätzen.

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Amazon und seine marktbeherrschende Stellung. Das muss nicht so bleiben. Hat ein potenzieller „Amazon-Killer“ bereits seinen Fuß auf dem Spielfeld?

Sie sind bei der Auseinandersetzung mit den Tiefen und Untiefen der Digitalwirtschaft mit Amazon konfrontiert worden. Das Bundeskartellamt spricht von einer „überragenden marktübergreifenden Bedeutung“ des Unternehmens (vgl. dazu: Für Amazon gelten verschärfte Regeln – Bundeskartellamt stellt überragende marktübergreifende Bedeutung fest (§ 19a GWB) vom 06.07.2022). Diese Einordnung von Amazon beruht auf der Beobachtung und Analyse des Unternehmens im Rahmen der Anwendung des § 19a GWB (Missbräuchliches Verhalten von Unternehmen mit überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb), eine Regelung, die seit 2021 gezielt große Digitalkonzerne betrifft.

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