Sie erinnern sich – ich hatte Ihnen die besondere Rolle von Amazon als ein Beispiel aus der Welt der Plattformökonomie vorgestellt. Die Zahlen sind auf den ersten Blick beeindruckend: 60 Prozent des Onlinehandels wird über Amazon abgewickelt. Die vielen kleinen Online-Händler kommen an dem Amazon Marketplace nicht vorbei und sind – so die immer wiederkehrende Klage – dem Quasi-Monopolisten Amazon ausgeliefert, der auch selbst über seinen Eigenhandel als Akteur mitmischt und über Big Data-Strategien seine marktbeherrschende Stellung ausbauen kann.
Wettbewerbsrecht und Wettbewerbspolitik in Zeiten der Plattformökonomie und der Digitalwirtschaft
Auch das Wettbewerbsrecht und die Wettbewerbspolitik müssen auf die Veränderungen in der modernen Welt der Wirtschaft reagieren. Eine besondere Herausforderung sind die Entwicklungen in der Digitalwirtschaft und dem, was wir als Plattformökonomie besprochen haben. Denken Sie hier nur an das Beispiel Amazon und den Marktanteilen dieses Unternehmens.
Auf der europäischen Ebene hat man mit zwei wichtigen Regelwerken darauf zu reagieren versucht – dem DMA und dem DSA. Wie werden diese Kürzel gleich entschlüsseln.
Die Wirtschaftsweisen haben gekreißt und eine neue Vorhersage der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland veröffentlicht
Am 27. Mai 2026 hat der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, umgangssprachlich auch als die „fünf Wirtschaftsweisen“ bezeichnet, das Frühjahrsgutachten 2026 veröffentlicht.
Die Langfassung des Gutachtens:
➔ Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (2026): Frühjahrsgutachten 2026, Wiesbaden, 27.05.2026
Es gibt auch eine Kurzfassung des neuen Gutachtens.
Was haben die Bibel und auch der Koran mit der Volkswirtschaftslehre zu tun?
Ich hatte in der Vorlesung kurz darauf hingewiesen, dass man die Bibel bzw. Teile davon durchaus als ein volkswirtschaftliches Lehrbuch lesen und interpretieren kann. Natürlich in der diesem Sammelband entsprechenden ganz eigenen Sprache, aber es kommt ja auf die Inhalte an.
Beispielsweise findet man im Alten Testament durchaus eine Vorstellung von dem, was wir als Konjunkturzyklus besprochen haben, also vereinfacht gesagt das Auf und Ab der wirtschaftlichen Entwicklung. In der Bibel wird von den „sieben fetten und den sieben mageren Jahren“ gesprochen. Das müssen wir uns einmal genauer anschauen. Zugleich ist das wirklich ein ökonomisches Lehrstück, was ich Ihnen hier berichten kann.
Was ist eigentlich aus der „Anti-Kartell-Matraze“ geworden? Und was ist heute (ökonomisch) los auf dem Matrazen-Markt in Deutschland?
In der ZDF-Doku zum Thema „Abzocke in Deutschland – Kartelle auf Kosten der Kunden“, die bereits einige Jahre alt ist, tauchte in dem Beitrag ein dort als einsamer Kämpfer gegen die sich untereinander preisabsprechenden Hersteller von Matrazen dargestellter Händler auf, der am Ende begonnen hat, seine eigenen Matrazen herzustellen – mit einem guten Gespür für Marketing nannte er die damals „Anti-Kartell-Matraze“.
Nun sind schon einige Jahre ins Land gezogen und der eine oder andere hat sich vielleicht die Frage gestellt, was aus dieser „Anti-Kartell-Matraze“ eigentlich geworden ist.
Warum das Statistische Bundesamt das Wirtschaftswachstum, besser: die Schrumpfung des BIP für die Jahre 2023 und 2024 nachträglich nach unten korrigieren musste
Im Februar 2025 hat das Statistische Bundesamt die Publikation „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen. Wichtige Zusammenhänge im Überblick 2024“ veröffentlicht.1 Daraus habe ich eine Abbildung über das langfristige Wirtschaftswachstum entnommen – von den 1950er Jahren bis 2024. Die finden Sie in der Ihnen vorliegenden Foliensammlung „Einstieg in die Makroökonomik und in die VGR“ (Folie 14). Und dort wird für die beiden Rezessionsjahre 2023 und 2024 eine Abnahme der an der Veränderung des BIP gemessenen volkswirtschaftlichen Wertschöpfung in der Größenordnung von -0,3 Prozent für 2023 und -0,2 Prozent für 2024 ausgewiesen.

Das Bundeskartellamt, „kartellrechtliche Bedenken“ und das Beispiel Check24
Wir haben intensiv über die Welt der Plattformökonomie miteinander gesprochen und eines der Plattformunternehmen, das Sie dabei kennen gelernt haben, ist Check24. Dieses Unternehmen war im vergangenen Jahr Gegenstand einer der Folgen der Serie Was kostet die Welt?: Warum du Check24 nicht entkommen kannst (08.05.2025), so ist das Video dazu überschrieben: »Check24 erobert das deutsche Internet. Egal ob Versicherungen, Pauschalreisen oder Handyvertrag: Für viele Deutsche führt kein Weg mehr an der Plattform vorbei. Was sicher nur die wenigsten wissen: Das Unternehmen überrollt gerade eine Branche nach der anderen und gehört zwei stillen, aber ultra kompetitiven Milliardären.«
Und dieses Unternehmen taucht in der aktuellen Arbeit des Bundeskartellamtes auf. Am 24. Februar 2026 hat das Bundeskartellamt diese Mitteilung veröffentlicht: Check24 verpflichtet sich zur Aufgabe von Preisparitätsklauseln gegenüber Energieversorgern. „Preisparitätsklauseln“, was ist das nun wieder, wird der eine oder andere fragen. Schauen wir einmal genauer hin:
Das Bundeskartellamt und die bis auf wenige Ausnahmen verbotenen Kartelle. Die gibt es in der Wirtschaftswirklichkeit häufig
Wir haben das wirtschaftspolitisch so wichtige Thema Wettbewerbspolitik besprochen. Angesichts der fundamentalen Bedeutung der Sicherstellung und Gewährleistung eines „funktionierenden Wettbewerbs“ sollte deutlich geworden sein, wie wichtig die Arbeit der staatlichen Regulierungsbehörden in diesem Feld ist, vor allem angesichts der enormen Anreize, die marktbeherrschende Unternehmen haben, den Markt zu ihren Gunsten zu verzerren.
Im Schatten der Blockade der Straße von Hormus: 20.000 Seeleute hängen auf ihren Schiffen fest
Ich hatte in einer der Vorlesungen bei der Besprechung der aktuellen Krisenherde der Welt mit ihren enormen wirtschaftlichen Auswirkungen (wir haben das am Beispiel der Folgen für die „Kerosin-Ökonomie“ besprochen) in einem Nebensatz versucht, auf Menschen aufmerksam zu machen, die kaum in der Berichterstattung erwähnt werden, die aber einen sehr hohen Preis zahlen müssen für die Eskalation im Persischen Golt: die Seeleute, die auf den blockierten Schiffen festhängen. Seit Wochen.
Die große und weite Welt der Plattformökonomie
Wir haben uns im bisherigen Verlauf der Vorlesung bereits mit zahlreichen Plattformunternehmen beschäftigt.1 Und ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass Sie in Ihrem weiteren Leben immer öfter mit diesen Unternehmen und den damit verbundenen Marktprozessen konfrontiert werden. Als Vorreiter in der Plattformökonomie werden immer wieder die „Big Four“ (aus den USA) genannt: Google (Alphabet), Amazon, Facebook (Meta) und Apple. Die stehen mit ihrer dominanten Marktstellung im Zentrum der digitalen Ökonomie, weswegen die sogenannte Plattformökonomie auch als „GAFA- bzw. GAMA-Ökonomie“ bezeichnet wird.