Wie das Geld aus dem Nichts auf die Welt kommt und was schon Goethe darüber wusste. Außerdem ein materialreicher Blick auf die Geldpolitik

Wir haben einen Ausflug gemacht in das wichtige Themenfeld Geldschöpfung. Wie kommt das Geld in die Welt? Vor allem – kann es wirklich sein, dass man Geld „aus dem Nichts“ schöpfen kann? Ja, offensichtlich geht das. Die besondere Rolle der Geschäftsbanken in diesem Prozess habe ich Ihnen erläutert.

Und bereits Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) hat den Mechanismus verstanden und im zweiten Teil seiner Faust-Tragödie beschrieben. Das klingt krass und deshalb schauen wir uns das einmal kurz genauer an.

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Ist ein Ende der weltweiten Dollar-Vorherrschaft in Sicht? Manche Staaten würde das wohl gerne wollen, aber …

Wir hatten in der Übungsveranstaltung eine Aufgabe, bei der es vergleichend um die Leistungsbilanzdefizite der Türkei und der USA ging – und um die Frage, warum die seit vielen Jahren kontinuierlich anhaltend hohen Leistungsbilandefizite der USA (noch) nicht zur einer schweren Währungs- und Wirtschaftskrise geführt haben.
Wie immer bei solchen komplexen Themen gibt es mehrere Gründe – aber einer wurde bei der Besprechung der Aufgabe hervorgehoben: der Status des US-Dollar als „Weltleitwährung“. Der führt u.a. dazu, dass die USA gleichsam wie ein „Staubsauger“ Kapital aus dem Ausland aufnehmen können. Und Sie wissen ja mittlerweile, welche Folgen ein Defizit auf der linken Seite der Zahlungsbilanz auf der rechten Seite, also der Kapitalbilanz haben muss. Defizitländer sind auf einen entsprechenden Kapitalimport angewiesen.

Wie sieht denn weltwirtschaftlich gesehen die Bedeutung des US-Dollar genau aus? Und was hat es mit dieser „Reservewährung“ auf sich?

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Wie ist das mit den Inflationsursachen?

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Ursachen für Inflation. Zum einen kann die Ursache im monetären Bereich liegen, vor allem bei der im Umlauf befindlichen Geldmenge (monetäre Inflation), zum anderen kann die Ursache in Ungleichgewichten zwischen Angebot und Nachfrage auf den Gütermärkten liegen. Im letzteren Fall kann zwischen einer Nachfrageinflation und einer Angebotsinflation unterschieden werden.

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Sie hat es getan: Die EZB hat den Leitzinssatz gesenkt und die einen finden das bedenklich, die anderen längst überfällig

Am Nachmittag des 6. Juni 2024 kam dann die (erwartete) Meldung: EZB senkt Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte. Am 14. September 2023 hatte die EZB den letzten Leitzinserhöhungsschritt vollzogen, damals wurde der Hauptrefinanzierungssatz auf 4,5 Prozent angehoben. Nun also die Umkehr.

Dargestellt ist die Entwicklung des Hauptrefinanzierungssatzes der EZB für den Euroraum von 2000 bis zum Juni 2024. Quelle der Abbildung: www.leitzinsen.info.

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Außenhandel: Die „Terms of Trade“

Die „Terms of Trade“ sind eine wichtige Kennzahl der Außenhandelsstatistik. Hier wird die Entwicklung der Exportpreise und der Importpreise in Relation gesetzt (➞ Verhältnis des Preisindex für Einfuhrgüter zum Preisindex für Ausfuhrgüter), entweder für alle oder für einzelne Warengruppen. Die Terms of Trade geben das reale Austauschverhältnis der Güter im Außenhandel wieder. Steigen z. B. die Ausfuhrpreise bei konstanten oder sinkenden Einfuhrpreisen oder sinken die Einfuhrpreise bei konstanten Ausfuhrpreisen, verbessern sich die Terms of Trade, weil für die gleiche Exportmenge mehr Importgüter eingeführt werden können. Durch die Berechnung der Terms of Trade in der Außenhandelsstatistik versucht man Handelsgewinne oder -verluste zu quantifizieren und damit die Performance des Außenhandels sichtbar zu machen. Mit der Ermittlung der Terms of Trade bekommt man einen detaillierten Überblick über das Verhältnis der Preise für die Waren, die ein Land verlassen und jener Produkte, die in das Land eingeführt werden.

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Der deutsche Außenhandel: Komparative Vor- und Nachteile des (ehemaligen) Exportweltmeisters

»Deutschland war viermal Weltmeister im Fußball, dreimal im Handball und ist jetzt sogar Weltmeister im Basketball. Aber am allerliebsten ist Deutschland Exportweltmeister. Das sind wir sechsmal hintereinander gewesen, von 2003 bis 2008.«

(Quelle: Exportweltmeister wird Deutschland wohl nie wieder)

Wie hat es Deutschland schaffen können, in den Jahren 2003 bis 2008 ganz oben auf dem Export-Treppchen zu landen? Dazu Moritz Kraemer, der Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) mit einem Rückblick: »Rund um das Jahr 2000 gab es zwei wichtige Entwicklungen: Die Eurozone wurde geschaffen und China öffnete sich den Märkten. Der Euro erlaubte es – weil er für unsere Unternehmen unterbewertet war – der deutschen Wirtschaft, kompetitiv in neue Märkte vorzudringen. Das hätte mit der D-Mark nie geklappt. Da sich gleichzeitig China öffnete, entstand dort eine riesige Nachfrage. Von dieser Nachfrage haben deutsche Unternehmen besonders stark profitiert, denn sie konnten die Güter liefern, die besonders gefordert waren: Maschinen und Autos.«

Die Exportquote deutscher Unternehmen »lag noch in den 1990er-Jahren etwa bei 20 Prozent, heute liegt sie bei 45 Prozent. Kein Land hat so von der Globalisierung profitiert wie Deutschland. Doch die Effekte dieser Sonderkonjunktur haben sich erschöpft. Was die Chinesen früher aus Deutschland importierten, stellen sie mittlerweile selbst her. Mehr noch: Sie konkurrieren mit deutschen Unternehmen in Drittmärkten. Dabei sind die Güter aus China meist billiger und manchmal sogar besser.«

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Exkurs: Von der ganz eigenen Gemeinschaftswährung Euro (und der „Euro-Krise“)

20 der 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) haben den Euro und keine eigene nationale Währung mehr. Diese Gemeinschaftswährung ist wirtschaftshistorisch gesehen eine echte Ausnahmeerscheinung, denn früher stand eine einheitliche Währung in der Regel am Ende eines längeren Prozesses des Zusammenwachsens und der Zentralisierung staatlicher Machtstrukturen – unter dem Dach des Euro hingegen versammeln sich durchaus sehr heterogene Volkswirtschaften und eine europäische Zentralregierung gibt es auch nicht.

Als der Euro im Januar 1999 eingeführt wurde, da war das Misstrauen der Märkte gegenüber der neuen Währung groß. Viele sind damals davon ausgegangen, dass das eine Totgeburt sei und die einzelnen Staaten alsbald wieder ihre nationalen Währungen reaktivieren werden. Insofern ist es auch nicht überraschend, dass in der ersten Phase eine erhebliche Abwertung des Euro beispielsweise gegenüber dem US-Dollar stattgefunden hat:

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Von der Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer zur Rückverlagerung in die Nähe der Absatzmärkte. Und China? Die haben ihre Arbeiter einfach nach Europa geschickt

Sie haben in der Vorlesung schon einiges gelernt über die Globalisierung, die seit Jahren in aller Munde ist. Nach den Ihnen vorliegenden Materialien wissen Sie, dass es auch schon früher, viel früher eine große Globalisierungswelle gegeben hat, in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg.

Aber die Hyperglobalisierung der letzten Jahre (die für uns heute vor allem mit China verbunden wird) ist auch nicht plötzlich vom Himmel gefallen, sondern hat eine längere Entwicklungsgeschichte. Und am Anfang stand die Textilindustrie. Die steht zum einen paradigmatisch für die Verlagerung eines ganzen Wirtschaftszweigs in Billiglohnländer und für zahlreiche negative Folgen der Globalisierung, auf der anderen Seite erkennt man seit einigen Jahren eine gewisse Rückverlagerung der Produktion aus den asiatischen Ländern wieder in die Nähe der europäischen Absatzmärkte.

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Angebotsinduzierte Nachfrageausweitung jenseits der gesundheitsökonomischen Theorie: Man findet die beispielsweise bei Zahnspangen

Immer wieder mal ein Blick zurück auf Themen, die wir behandelt haben. Beispielsweise auf diese „angebotsinduzierte Nachfrage“, die als ein besonderes Phänomen (und Herausforderung) im Gesundheitswesen behandelt wurde. Denn die Leistungserbringer, vor allem die Ärzte, haben im Gesundheitswesen aufgrund ihrer Diagnose- und Therapieautonomie die Möglichkeit, „in die Menge“ zu gehen, also mehr Leistungen auszulösen, als eigentlich notwendig wären. Das ist natürlich dann doppelt problematisch, wenn die Leistungserbringer ein monetäres Interesse haben an mehr abzurechnenden Leistungen, da sie dann unmittelbar davon profitieren (es sei denn, die Seite der Kostenträger reguliert dagegen, beispielsweise über eine Absenkung der konkreten Vergütung für die Mehrleistungen oder gar alle Leistungen, um ein gegebenes Budget nicht aus dem Ruder laufen zu lassen) und zugleich ist das möglicherweise schlecht für die Patienten, die mit zu viel Diagnostik und Therapie konfrontiert sein können.

Alles nur Theorie aus den Tiefen der Gesundheitsökonomie? Nein, wieder einmal wird aktuell über ein Beispiel diskutiert, dass sprichwörtlich jeder vor Augen haben kann. Gemeint sind Zahnspangen. Und Kieferorthopäden.

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Konjunkturelle Frühindikatoren: Ein aktuelles Beispiel ihrer Verwendung in der Wirtschaftspresse und ein Blick auf das HDE-Konsumbarometer und das GfK Konsumklima

Wir haben uns intensiver mit einigen wichtigen konjunkturellen Frühindikatoren beschäftigt, denn mit ihrer Hilfe soll die bedeutsame Zuliefererfunktion der Volkswirte für Unternehmen und Organisationen sowie für die Politik – also die Vorhersage der kommenden konjunkturellen Entwicklung – fundiert werden. Sie helfen im Idealfall, den Blick in die Glaskugel der möglichen und wahrscheinlichen Entwicklung der Wirtschaft etwas klarer zu machen.

Und ich hatte darauf hingewiesen, dass die konjunkturellen Frühindikatoren, die ich Ihnen beispielhaft präsentiert habe, immer wieder in der Berichterstattung der Wirtschaftspresse auftauchen. Das soll hier an einem aktuellen Beispiel illustriert werden.

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