Wie das Geld aus dem Nichts auf die Welt kommt und was schon Goethe darüber wusste. Abschließend ein Blick auf die Geldpolitik

Wir haben in der letzten Vorlesung einen Ausflug gemacht in das so wichtige Themenfeld Geldschöpfung. Wie kommt das Geld in die Welt? Vor allem – kann es wirklich sein, dass man Geld „aus dem Nichts“ schöpfen kann? Ja, offensichtlich.

Und bereits Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) hat den Mechanismus verstanden und im zweiten Teil seiner Faust-Tragödie beschrieben. Das klingt krass und deshalb schauen wir uns das einmal kurz genauer an.

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Das „magische Viereck“ und die gar nicht so einfache Messung eines „stabilen Preisniveaus“ durch die Inflationsrate

Wir haben uns in der letzten Vorlesung mit den Zielen der Wirtschaftspolitik beschäftigt, zumindest wenn man die an dem bestimmt, was im im § 1 des Gesetzes zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft (StabG), das 1967 ins Leben gerufen wurde, normiert ist: »Bund und Länder haben bei ihren wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen die Erfordernisse des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts zu beachten. Die Maßnahmen sind so zu treffen, daß sie im Rahmen der marktwirtschaftlichen Ordnung gleichzeitig zur 
Stabilität des Preisniveaus, zu einem 
hohen Beschäftigungsstand und 
außenwirtschaftlichem Gleichgewicht bei 
stetigem und angemessenem Wirtschaftswachstum beitragen.«

Am 8. Juni 1967 wurde das „Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft“ erlassen (Stabilitätsgesetz). Vor dem Hintergrund der Rezession 1966/1967 konkretisiert dieses Gesetz das Ziel eines gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts. Es benennt vier Einzelziele, die Bund und Länder mit ihren wirtschaftlichen und finanzpolitischen Maßnahmen gleichzeitig erreichen sollen. Diese Ziele werden häufig als „magisches Viereck“ der Wirtschafts- und Finanzpolitik bezeichnet, da sie sich nicht immer ohne Konflikte gleichzeitig realisieren lassen.

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Exkurs: Von der ganz eigenen Gemeinschaftswährung Euro (und der „Euro-Krise“)

Im letzten Beitrag hatte ich Ihnen das Thema Wechselkurse am Beispiel der Entwicklung des Wechselkurses des Euro zum US-Dollar illustriert. Hier nun eine Vertiefung des Themas Euro – es handelt sich immerhin um unsere Währung und die Tage der „Euro-Krise“, in denen jeden Abend Sondersendungen rund um das kleine Griechenland die Nachrichtenlage beherrscht haben, sind ja noch gar nicht so lange her. Und wenn Sie an die Berichterstattung der letzten Wochen denken, dann werden Ihnen um den Jahreswechsel herum zahlreiche Berichte über „20 Jahre Euro“ aufgefallen sein, was allerdings – wie Sie mittlerweile wissen – nicht ganz korrekt ist, denn die 20 Jahre beziehen sich auf den Jahreswechsel 2002, als wir den Euro auch in Form von Geldscheinen und -münzen in die Hand nehmen konnten, die Gemeinschaftswährung Euro wurde allerdings bereits zum 1. Januar 1999 ins Leben gerufen.

Dazu aus der Vielzahl an Veröffentlichungen beispielsweise dieser Artikel:
20 Jahre Euro-Bargeld: Vom „Teuro“ zum „Stabilo“: »Vor 20 Jahren wurde der Euro als neues Bargeld eingeführt. In der ersten Euphorie bildeten sich in der Neujahrsnacht 2002 lange Schlangen an den Bankautomaten, doch bald wurde die Währung als „Teuro“ betitelt. Experten glauben heute hingegen an den Euro als „Stabilo“ – er sei eine starke Währung, heißt es.«

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Die Wechselkurse von Währungen und die Kaufkraftparitäten. Und dann dieser „Big-Mac-Index“

Der Exkurs in die Welt der Kaufkraftparitäten hat sicher den einen oder anderen irritiert bis verwirrt. Also vertiefen wir das gleich in diesem Beitrag. Aber zuerst soll hier er Hinweis aufgegriffen werden, dass es bei internationalen Vergleichen eben nicht wirklich ausreicht, wenn man beispielsweise das BIP oder die Einkommen der Menschen, die in zwei Ländern mit unterschiedlichen Währungen leben, einfach mit dem jeweiligen Wechselkursen umrechnet, denn die sind u.a. von Spekulationen und anderen Faktoren beeinflusst.

Schauen wir uns als Beispiel die Entwicklung des Wechselkurses zwischen Euro und dem US-Dollar an:

Anmerkungen: Bitte achten Sie darauf, welche Währung zuerst genant wird, denn die wird gleich eins gesetzt, Man betrachtet hier also, wie viel Dollar man für einen Euro bekommt (deshalb Euro-Dollar-Kurs). Es gibt den gleichen Sachverhalt, also die Entwicklung des Währungskurses zwischen Euro und Dollar, auch in einer „umgekehrten“ Darstellung, also wenn man den US-Dollar gleich eins setzt und sich anschaut, wie viel Euro man für einen Dollar zu einem bestimmten Zeitpunkt bekommt.
Die Zeitreihe beginnt hier am 1. Januar 1999, denn an diesem Tag wurde der Euro als Buchgeld eingeführt. Tatsächlich in Form von Euro-Scheinen und -Münzen gilbt es die Gemeinschaftswährung seit dem 1. Januar 2002, bis dahin wurden noch die alten nationalen Währungen wie D-Mark, Franc, Lira, Peseten oder Drachme verwendet, die allerdings seit 1999 in einem festen Umrechnungskurs zum Euro standen.

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Von der Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer zur Rückverlagerung in die Nähe der Absatzmärkte. Und China? Die schicken ihre Arbeiter einfach nach Europa

Sie haben in der Vorlesung schon einiges gelernt über die Globalisierung, die seit Jahren in aller Munde ist. Nach den Ihnen vorliegenden Materialien wissen Sie, dass es auch schon früher, viel früher eine große Globalisierungswelle gegeben hat, in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg.

Aber die Hyperglobalisierung der letzten Jahren (die für uns heute vor allem mit China verbunden wird) ist auch nicht plötzlich vom Himmel gefallen, sondern hat eine längere Entwicklungsgeschichte. Und am Anfang stand die Textilindustrie. Die steht zum einen paradigmatisch für die Verlagerung eines ganzen Wirtschaftszweigs in Billiglohnländer und für zahlreiche negative Folgen der Globalisierung, auf der anderen Seite erkennt man seit einigen Jahren eine gewisse Rückverlagerung der Produktion aus den asiatischen Ländern wieder in die Nähe der europäischen Absatzmärkte.

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Die Wirtschaft in Deutschland ist im vergangenen Jahr wieder gewachsen, wenn auch schwächer als erwartet

„Trotz der andauernden Pandemiesituation und zunehmender Liefer- und Materialengpässe konnte sich die deutsche Wirtschaft nach dem Einbruch im Vorjahr erholen, wenngleich die Wirtschaftsleistung das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht hat“ – mit diesen Worten von Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes, werden wir über die ersten Zahlen das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des vergangenen Jahres informiert: Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 um 2,7% gestiegen. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2021 noch um 2,0 % niedriger.

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Die komparativen Vor- und Nachteile des deutschen Außenhandels – nach Ländern und Gütergruppen

Sie haben einige wichtige Kennzahlen zum Außenhandel kennengelernt. Darunter die normierte Außenhandelsbilanz – sie bezieht den Außenhandelssaldo auf den Außenhandelsumsatz, um auch die Höhe des Gesamthandels einzubeziehen:

[(Exporte – Importe) / (Exporte + Importe)]

Die Bedeutung der Partnerländer für den Saldo lässt sich an der normierten Außenhandelsbilanz mit den einzelnen Handelspartnern ablesen. Je höher ihr Wert ist, desto vorteilhafter ist der Außenhandel mit diesem Partner in Relation zu seiner Bedeutung für den Außenhandel insgesamt. Ähnliches gilt für den Saldo mit bestimmten Warengruppen. Über die Anwendung dieser Relation kann man die komparativen Vor- und Nachteile des deutschen Außenhandels bestimmen.

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Die deutsche Zahlungsbilanz im Corona-Jahr 2020

Sie haben die Zahlungsbilanz als das wichtige Rechenwerk der Volkswirte für alle Auslandstransaktionen kennengelernt. Ich habe Ihnen den Aufbau dieser „Bilanz“ erläutert und was die Leistungsbilanz sowie die Kapitalbilanz aussagen (können).

Die deutsche Zahlungsbilanz wird von der Deutschen Bundesbank erstellt und veröffentlicht (vgl. dazu die Bundesbank-Seite Zahlungsbilanz, wo Sie alle relevanten und aktualisierten Informationen auf einen Blick finden). Hier eine ausführliche Darstellung der Zahlungsbilanz im vergangenen Corona-Jahr 2020 in den Monatsberichten der Bundesbank:

➔ Deutsche Bundesbank (2021): Die deutsche Zahlungsbilanz für das Jahr 2020, in: Monatsbericht der Deutschen Bundesbank, März 2021, S. 17-43

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Vom Export und Import bis in die große weite Welt der Globalisierung und wieder zurück

Sie haben in dem für die VWL so bedeutsamen Themenfeld Außenhandel und Globalisierung nun schon eine Menge lernen können. Dass der Außenhandel gerade für die deutsche Volkswirtschaft von besonderer Bedeutung ist, muss nicht weiter ausgeführt werden. Und dass es hier um richtig große Summen geht, das müsste auch schon angekommen sein. Greifen wir an dieser Stelle nur ein Beispiel auf, das nun wirklich jeder hautnah im wahrsten Sinne des Wortes nachvollziehen kann: den „Mund-Nase-Schutz“. Das Accessoire der beiden vergangenen und des noch laufenden Corona-Jahres.

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Es wird besser. Kommt darauf an. Aktuelle Prognosen über die konjunkturelle Entwicklung in den vor uns liegenden Monaten

Wir hatten uns in der vergangenen Woche mit den konjunkturellen Frühindikatoren beschäftigt und dabei auch mit deren Bedeutung für die Konjunkturprognosen. In die Vorhersagen der vor uns liegenden konjunkturellen Entwicklung fließen natürlich noch viele weitere Einflussfaktoren ein, es handelt sich bei den Rechenwerken der Volkswirte, die dann beispielsweise ausspucken, dass das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr bei 3, 4 oder 5 Prozent liegen wird, um höchst komplexe Modelle, mit denen man Volkswirtschaften abzubilden versucht.

Wie sieht die aktuelle Prognoselandschaft aus? Offensichtlich gibt es größere Unsicherheiten bei der Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung. Man kann das am Beispiel des Konjunkturtableaus verdeutlichen.

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